Jack Wolfskin – die nächste Marke verbrennt ihr Online-Renommee




Lustig für Dritte, weniger lustig für direkt Betroffene: Wie der Werbeblogger in seinem Beitrag “Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst” berichtet, mahnt Jack Wolfskin KleinstunternehmerInnen ab, die bei DaWanda (einem Online-Portal für Selbstgemachtes aus dem handwerklich-künstlerischen Umfeld) Gegenstände anbieten, auf denen Tierpfoten abgebildet sind, die auf den ersten Blick nur sehr wenig und auf den zweiten Blick eigentlich rein gar nichts mit dem “Jack Wolfskin”-Logo zu tun haben.

Update: Da die Werbeblogger-Site gerade Last-Probleme wegen der “Jack Wolfskin”-Story hat, gibt es einen Spiegel des Artikels unter diesem Link:

http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/10/jack-wolfskin-eroeffnet-abmahnherbst.html

Update-Ende.

Interessant sind daran gleich mehrere Dinge:

  • Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, etwas abzumahnen, was optisch kaum Verwechslungsgefahr mit dem geschützten Gegenstand hat? Maßt sich Jack Wolfskin hier tatsächlich an, den Alleinverwendungsanspruch für jeglichen stilisierten Tierpfotenabdruck zu haben?
  • Es gibt tatsächlich immer noch Firmen, die die Mechanismen des Internet nicht verstanden haben und munter für kleinste (oder auch offensichtlich überhaupt nicht nachvollziehbare) Vergehen den Abmahnhammer auspacken. Begrifflichkeiten wie Streisand-Effekt und Social Media sind auch nach dem Jako-PR-Gau noch nicht in den Köpfen der Entscheider angekommen.
  • Vor allem ist aber heute offensichtlich noch nicht Allen klar, dass das Agieren im Virtuellen durchaus Auswirkungen auf das Image und damit letztendlich das Geschäftsergebnis im Realen haben kann.
  • Peinlich allerdings auch die Reaktion der Mitarbeiter von DaWanda, die auf Druck von Jack Wolfskin einfach laufende Angebote beenden und ansonsten den Schwanz einziehen, anstatt offensiv ihre Anbieter zu unterstützen, die ja schließlich dafür sorgen, dass DaWanda überhaupt am Markt bestehen kann.

Mein Fazit ist ganz einfach:

Klamotten von Jack Wolfskin, die ansonsten durchaus mein Interesse gefunden haben, kommen mir nicht mehr ins Haus. Nie mehr. Eine Abstimmung mit den Füßen, weg von Jack Wolfskin zu anderen Anbietern, die ja ein durchaus ähnliches Sortiment haben, ist wohl die einzige Sprache, die ein derart agierendes Unternehmen versteht.

Und meiner Gattin rate ich von einem DaWanda-Store für ihre Filz-Kreationen auch ausdrücklich ab…

Zum Thema “Jack Wolfskin” übrigens ebenfalls lesenswert:

Telagon Sicherputzer: Jack Wolfskin, DaWanda und das Recht


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