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Aktuell noch eine Katastrophe: Bloggen mit dem iPad

Nach drei Wochen iPad wäre es Zeit, ein erstes generelles Fazit zu ziehen.

Das möchte ich jedoch noch ein paar Tage nach hinten schieben und zuerst einmal über den aus meiner Sicht aktuell größten Mangel des Apple iPad berichten.

Das Gerät wäre prinzipiell aufgrund seiner Portabilität, seines wunderbaren Bildschirm und der intuitiven Bedienung auch als Blog-Werkzeug zum Bloggen unterwegs bestens geeignet, aaaaaaber:

Die erste Möglichkeit, mit dem iPad zu bloggen, wäre natürlich, die Online-Editoren der üblichen Blogsoftware wie in meinem Fall WordPress zu benutzen. Leider ist das aber nur sehr beschränkt möglich, da der Safari (bzw. das zugrunde liegende Webkit) des iPhones und des iPads einen gehörigen Mangel hat: Es unterstützt nicht das Bearbeiten von sogenannten contentEditable-Bereichen, was für eine Vielzahl von Online-Editoren wie z.B. auch den in WordPress verwendeten TinyMCE oder FCKEditor das K.O. bedeutet. Somit ist in WordPress also der WYSIWYG-/Visual-Editor nicht benutzbar und es verbleibt der rein textuelle HTML-Editor. Weiteres Manko: Ein Bild-Upload über den Browser ist ebenfalls nicht möglich, da Safari keinen direkten Zugriff auf das Filesystem hat.

Die andere Alternative zum Bloggen über das iPad wären Apps aus Apples Appstore. Aber hier gibt es faktisch nur die von WordPress selbst bereitgestellte, gleichnamige Gratis-Applikation, sowie BlogPress zum Preis von 2,39 EUR, welches von einem anderen Anbieter ist, aber WordPress-Blogs unterstützt. Beide Apps sind allerdings ziemlich buggy. Außerdem fehlen absolut grundlegende Features. Bei WordPress z.B. kann ein Bild nur hinten an einen Artikel gehängt werden, es besteht keinerlei Möglichkeit, die Position im Text festzulegen, vorhandene Tags werden nicht automatisch angezeigt, und, und und. BlogPress kann noch nicht einmal Links vernünftig setzen und stürzt regelmäßig ab.

Letztlich sind beide Applikationen für ambitionierte Blogger nicht wirklich zu gebrauchen, ebenso wenig wie Safari (und somit auch ALLE anderen verfügbaren Browser-Apps auf dem iPad, da alle Safari-basiert), um Artikel vernünftig online schreiben zu können...

Fazit: Gerade die absolut Gadget- und speziell iPad-affine Zielgruppe der Blogger und Online-Autoren kann das iPad aufgrund der genannten Mängel nicht sinnvoll nutzen. Da Editoren wie TinyMCE im Web weit verbreitet sind, lassen sich sehr viele sogenannte Web 2.0-Dienste und Anwendungen nicht oder nicht sinnvoll nutzen. Beim iPhone ist das nicht Jedem direkt aufgefallen, weil aufgrund der winzigen Displaygröße das Verfassen von Texten über SMS- oder E-Mail-Größe kaum sinnvoll war. Das iPad als quasi prädestinierte Unterwegs-Plattform für die Online-Generation kann sich solche Patzer aber nicht dauerhaft erlauben, insofern ist Apple hier dringend in der Pflicht, zumindest beim im Herbst anstehenden Update auf iOS 4 das iPad (bzw. Safari/Webkit) mit einer kompletten Implementierung gängiger Webstandards auszustatten und somit eine Nutzung aller Dienste und Anwendungen im Internet zu erlauben.

Update:

Gerüchten zufolge unterstütztWebkit/Safari in iOS 4 für iPhone tatsächlich "contentEditable", Test wird nachgereicht, wenn ich iOS4 auf meinem iPhone habe... Und dann beginnt das lange Warten bis vermutlich September, wo dann endlich iOS 4 für das iPad erscheinen soll. Und dann kann man das iPad endgültig prima zum Bloggen verwenden. ;-)

Update 2:

Tests von Anwendern (siehe Kommentare) zeigen leider, dass es wohl in iOS4 doch keinen Support für contentEditable gibt, zumindest nicht in der aktuell freigegebenen Variante für iPhone und iPod. Das ist allerdings äußerst bedauerlich und schon ein sehr schwaches Bild, die offiziell und in der Presse HTML5 derart forciert...

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2 Kommentare

  1. Mit OS4 geht es auf meinen Iphone 3 GS nicht, so als Info.

    Verfasst am 26.06.2010 um 13:36:29 | Permalink
  2. Danke für den Hinweis, ich teste auch gerade und auf dem 3G geht’s auch nicht…

    Na, das sind ja dann auch üble Aussichten für das kommende iPad-iOS-Update. Super, Apple. :-(

    Ich werde es oben noch ergänzen im Artikel…

    Verfasst am 26.06.2010 um 13:43:21 | Permalink

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