Quasi von Anbeginn unserer 'Karriere' als Biertrinker, also zu Gymnasialzeiten, war Dortmunder Kronen Export das Bier unserer Wahl; zumindest, solange wir es uns von unserem schmalen Budget leisten konnten, da Karlsquell und andere Billigbiere natürlich noch ein paar (damals noch) Pfennige günstiger waren. So hat sich also seit Jahrzehnten die Tradition erhalten, immer eine Kiste "Kronen Ex", wie es liebevoll genannt wurde, im Haus zu haben.
Das innige Verhältnis erlitt einen ersten größeren Dämpfer, als die Privatbrauerei Dortmunder Kronen, die immerhin eine der ältesten Brauereien Westfalens war und deren Stammhaus, die "Krone am Markt", immerhin schon 1430 das erste Mal in den Chroniken erwähnt wurde, im Jahr 1996 von der Dortmunder Actien Brauerei übernommen wurde und somit ihre Eigenständigkeit und ihren eigenen Braustandort verlor.
Nachdem auch die Actien-Brauerei sich dem Niedergang der Dortmunder Brautradition nicht entziehen konnte und nach einigem Hin und Her nun zum Moloch der Radeberger-Gruppe und damit zum Oetker-Konzern gehört, ist es nun wirklich Zeit, sich von dieser Art von gesichtslosem Industriebier zu verabschieden und auf kleine, eigenständige Privatbrauereien umzusteigen, die Bier noch von Herzen brauen.
Und, was soll ich sagen, die Trennung wurde mir wirklich leicht gemacht, da ich neulich bei einem Freund zufällig auf ein Bier aus der Vormann Brauerei, beheimatet in Hagen-Dahl, aufmerksam geworden bin: Vormann's Vorder. Es handelt sich dabei, wie es sich gehört, um Export-Bier, welches allerdings nur aus der Vorderwürze, also dem "ersten Aufguss" der Maische, gebraucht wird. Das macht es nicht unbedingt preisgünstiger als anderes Bier, aber geschmacklich umso interessanter. Ich persönlich halte es für eines der besten Biere, welches ich jemals trinken durfte.
Da fließt für "Kronen Ex" wirklich keine Träne...
Lecker aus dem Hause Vormann ist auch das Malzbier, welches aus Leichtbier hergestellt wird und somit auch einen Alkoholgehalt von 1,5 % hat. Ich habe selten ein runder schmeckendes Malzbier getrunken, nur das Malz von Pinkus Müller aus Münster erscheint mir diesbezüglich noch vergleichbar.
Wer also Lust hat, mal was Besonderes zu probieren und die Tradition der kleinen Privatbrauereien in NRW zu stützen, dem sei ein Besuch der Vormann Brauerei wirklich sehr ans Herz gelegt, die Anschrift und die Öffnungszeiten des Direktverkaufs ab Brauerei finden sich auf dieser Seite. Einen Händler in Dortmund habe ich leider noch nicht finden können, aber den Kauf "ab Werk" kann man ja mit einem kleinen Ausflug verbinden...
Ach ja, ein Problem mit "Vormann's Vorder" gibt's dann doch: Das sogenannte Deppenapostroph im Namen schmerzt, allerdings nur optisch.
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Ein Kommentar
da muss ich dem verfasser des berichtes uneingeschränkt recht geben
das bier ist eine wucht und wurde im letzten monat vom einzigen und ersten Bierclub.de zum bier des monats gekürt.
und wenn die schachtel vormann´s auch ein paar cent mehr kostet lohnen tut es sich alle male
ausserdem gibt es noch ein paar andere sorten aus dem
Hause Vormann´s die auch erwähnenswert sind
einfach mal bei einem besuch in der brauerei danach fragen
es werden auch saisonbedingt biere gebraut wie z.b. das mai-bock ein genuss
aber auch ein anderes bier aus der gegend ist erwähnenswert:
versucht mal das Schwelmer Bernstein
ein bier was schon beim anblick lust auf mehr macht denn das bernsteinfarbige bier macht an und schmeckt
in diesem sinn Prost ihr biertrinker
liebe bierige grüsse Michael
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[...] ausschließt; man denke nur an einen köstlichen Williams-Christ Brand als Digestiv oder auch ein Vormann’s Vorder zum deftigen Essen. Hier schränkt man also meiner Ansicht nach ohne Grund die Themenvielfalt zu [...]
[...] Artikel "Bierstadt Dortmund – ein persönlicher Abschied…" habe ich ja mal vor einiger Zeit meine Konsum-Verweigerung gegenüber dem Dortmunder [...]
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